Genre:
Geld, Bank & Börse
Autor:
Thomas Menzel, Jörg Rodenwaldt
Herausgeber:
Campus Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:
31.03.2012
Sparbuch, Bausparvertrag und Lebensversicherung sind die beliebtesten, aber konservativsten Anlageformen. Attraktivere Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe, bereiten vielen Sparern Kopfzerbrechen. Wie diversifizieren Privatpersonen ihr Erspartes optimal und risikoarm? Thomas Menzel und Jörg Rodenwaldt zeigen, wie es geht: Asset Allocation klar und einfach, angepasst an die persönliche Lebenssituation. So erfahren Paare mit Kind, gut verdienende Singles und auch Anleger im fortgeschrittenen Alter, wie sie mehr aus ihrem Geld machen.
Vorwort
Cocktail für Anleger
Autorentext
Thomas Menzel ist Volkswirt, Diplomkaufmann und Certified Public Accountant. Er leitete einige Jahre das weltweite Zins- und Liquiditätsrisikomanagement bei einem deutschen Finanzdienstleister und ist heute für dieses Unternehmen als CFO in den Beneluxländern tätig. Jörg Rodenwaldt ist Volkswirt und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in leitender Position bei führenden deutschen Finanzdienstleistungsunternehmen. Er ist unter anderem als Lehrbeauftragter für Finanzwirtschaft an der Leibniz-Fachhochschule Hannover tätig.
Leseprobe
1. Glauben Sie an Zauberformeln? Die überwiegende Mehrheit der Deutschen glaubt offensichtlich nicht an Zauberformeln, wenn es ans Geldanlegen geht. In repräsentativen Umfragen ist bei knapp 50 Prozent der Befragten die beliebteste Sparform das klassische Sparkonto, gefolgt von Bausparverträgen (35 Prozent) und Lebensversicherungen (31 Prozent). Aktien und Fonds liegen mit 22 Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Rang. Dabei zieht sich die Beliebtheit des Sparkontos durch alle Altersklassen und Einkommensschichten. Zwar ist das Sparkonto als beliebteste Anlageform auch besonders sicher und gut gegen Finanz- und sonstige Krisen gewappnet, doch verschenken Privatanleger durch einseitiges, risikoscheues und teilweise auch uninformiertes Anlageverhalten wertvolle Renditepunkte. Auf der anderen Seite stehen oft renditeorientierte Anleger, die im Do-it-yourself-Verfahren an den Börsen auf Trends, Gewinneraktien und Gewinnerstrategien setzen, dabei aber langfristig ebenfalls viel zu wenig Rendite im Verhältnis zu den eingegangenen Risiken erzielen. Asset Allocation als Investitionsansatz führt grundsätzlich zu einer Verbesserung der Anlagesituation - und dies trotz höchst unterschiedlicher Vorstellungen und Wünsche der verschiedenen Anlegertypen. Natürlich eignet sich der Ansatz auch für jene Anlegergruppe, die erstmalig über größere Anlagebeträge verfügt, sei es durch Erbschaft oder den erfolgreichen Berufseinstieg. 1.1 Pleiten, Pech und Pannen - aus fremden Fehlern lernen Nach unserer Auffassung gibt es in Deutschland drei typische Gruppen von Privatanlegern, für die das Konzept der Asset Allocation zu einer deutlichen Verbesserung der Anlagesituation führt: Übertrieben risikofreudige, spekulative Anleger stellen üblicherweise die Rendite in den Vordergrund ihrer Investitionsentscheidungen. Häufig studieren diese Anleger mit großem Aufwand einschlägige Bücher und Fachzeitschriften zur besten Aktienauswahl oder Aktienstrategie und wenden dieses Wissen auch konsequent an: In typischen spekulativen Depots finden sich Aktienanteile von bis zu 100 Prozent. Stabilisierende Faktoren für das Depot wie Anleihen werden von renditeorientierten Anlegern in guten Börsenzeiten als lästige Renditebremse empfunden, in schlechten Börsenzeiten greifen spekulative Anleger am liebsten zu den Absicherungsinstrumenten der Profis, zu Optionsscheinen und Short-Zertifikaten. Die Aktienauswahl folgt oft den Wachstumsfantasien der Analysten und Börsengurus. Statt breiter Indizes halten spekulative Anleger nur wenige Einzelwerte im Depot, zumeist Aktien, die sie für unterbewertet oder aus anderen Gründen für einen Geheimtipp halten. Manchmal konzentrieren sich diese Anleger auch auf Aktien des eigenen Arbeitgebers oder der eigenen Branche, da sie sich hier besonders gut auskennen und über "Insiderwissen" verfügen. Andere spekulative Anleger engagieren sich getreu dem Börsenmotto "The trend is your friend" in Wachstumssektoren wie Solarenergie, Telekommunikation oder Internet, aber auch in den exotischen Aktienmärkten der Ukraine oder Vietnams. Allen diesen Strategien ist gemeinsam, dass sie reine Schönwetterstrategien und damit höchstens kurzfristig erfolgreich sind. Immer wieder kippt ein angeblich stabiler Trend oder sinkt der Börsenstern eines hochgelobten Unternehmens, einer Branche oder eines aufstrebenden Landes schneller, als man die jeweiligen Aktien abstoßen kann. So stieg der Aktienkurs der Deutschen Telekom in den Sturm- und Drang-Jahren nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes von 14 Euro im Jahre 1999 auf 103 Euro im März 2000, um nach dem Platzen der Internetblase schließlich im September 2002 ein Tief bei 8,42 Euro zu markieren. Höchststand seither knapp unter 16 Euro. Schlimmer noch erging es spekulativen Investoren, die auf Geheimtipps bekannter Börsenzeitschriften setzten. Hier wurden kleine, marktenge Werte oder Börsengänge als heiße Tipps empfohlen. Was die Käufer nicht wussten: Die Initiatoren des Hype hatten sich bereits vorab mit diesen Aktien eingedeckt und verkauften sie mit großen Gewinnen, als sich die Privatanleger auf diese Werte stürzten und die Kurse nach oben trieben. Nach sehr kurzer Zeit mussten dann die spekulativen Privatanleger feststellen, dass die angeblichen Geheimtipps nichts anderes als kleine erfolglose Unternehmen waren, und blieben auf ihren teuer bezahlten Aktien sitzen oder konnten sie für wenige Cent verkaufen. Aber auch Modethemen sind oft problematisch. Fonds zum Thema "erneuerbare Energien" haben in den letzten fünf Jahren ganze 2 Prozent Rendite eingefahren - insgesamt, nicht pro Jahr! Ein Zertifikat auf einen Aktienkorb vietnamesischer Aktien war vor der Finanzkrise mit 77 Euro bewertet, heute bringt es noch 25 Euro. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wichtig an dieser Stelle ist die Erkenntnis, dass ein Depot, das beispielsweise zu einem Drittel aus Aktien Deutsche Telekom und zu einem Drittel aus einem Zertifikat auf vietnamesische Aktien besteht, für einen langfristigen Anlageerfolg einfach zu risikoreich aufgestellt ist. Verluste von bis zu 80 Prozent können andere "Gewinneraktien" auch über viele Jahre nicht auffangen, selbst wenn man, höchst optimistisch, mit einer jährlichen Rendite von 10 Prozent rechnet. Aber selbst ein Depot aus eher "defensiven" Branchen oder basierend auf den "Blue Chips" des DAX ist nicht unbedingt besser dran, wenn es ausschließlich aus Aktien besteht: Die meisten Anleger, die ab 1998 mit Zehn-Jahres-Horizont in den DAX eingestiegen sind, haben Verluste erlitten. Abbildung 1.1 zeigt den stark schwankenden Verlauf des DAX seit 1990. Hätte Sie im Vorhinein gewusst, dass es im Jahr 2003 wieder sicher und profitabel war, Aktien zu kaufen? Und wann wären Sie aus Aktien ausgestiegen? Im Jahr 2007, als die Börsen boomten? Im Gegenteil, schlechtes Market Timing ist leider typisch für Privatanleger: Häufig schichten renditeorientierte Anleger auf der Jagd nach den neuesten Trends ihr Depot immer wieder um. Doch leider sind auch diese gut informierten Privatanleger bei Börsentrends fast nie die Investoren der ersten Stunde, sondern steigen vergleichsweise spät und teuer in Börsentrends ein, wenn die einschlägigen Magazine und Analysten einen Trend öffentlich machen. Der späte und teure Einstieg führt fast immer dazu, dass die gleichen Anleger zumeist erst spät, meistens sogar zu spät nach der unvermeidlichen Korrektur wieder aussteigen. Martin Weber hat dieses Verhalten in seinem Ratgeber sehr treffend mit "Hin und her, Taschen leer" beschrieben. Manchmal kaufen spekulative Anleger sogar nach der Korrektur die gleichen Aktien hinzu, um im Mittel mit den teuer erworbenen Aktien den Einstandskurs zu senken. Der Kursverlauf der Aktie der Deutschen Telekom zeigt, was das bringt, wenn sich der Kurs des gefallenen "Bö…
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