Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Betriebswirtschaft
Herausgeber:
Campus Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:
31.03.2013
Welcher Weg führt zum Wohlstand?
Finanzmarktkrise und wachsende Staatsschulden, Überalterung der Gesellschaft und Bevölkerungsschwund, die Krise des Euro, Lohnkonkurrenz aus Asien: Hat unter diesen Bedingungen die Wohlfahrtsgesellschaft noch eine Chance? Die Autoren, alle prominente Ökonomen, beleuchten die Krisenszenarien und fragen über die wirtschaftliche Entwicklung hinaus nach den gesellschaftspolitischen Perspektiven. So diskutieren sie in diesem Buch, wie die Investition in Bildung und Arbeit neben sozialem Zusammenhalt und nationaler Identität Quellen für Wohlstand und Wachstum werden können.
Finanzmarktkrise und wachsende Staatsschulden, Überalterung der Gesellschaft und Bevölkerungsschwund, die Krise des Euro, Lohnkonkurrenz aus Asien: Hat unter diesen Bedingungen die Wohlfahrtsgesellschaft noch eine Chance? Die Autoren, alle prominente Ökonomen, beleuchten die Krisenszenarien und fragen über die wirtschaftliche Entwicklung hinaus nach den gesellschaftspolitischen Perspektiven. So diskutieren sie in diesem Buch, wie die Investition in Bildung und Arbeit neben sozialem Zusammenhalt und nationaler Identität Quellen für Wohlstand und Wachstum werden können.
»Kontrovers diskutierte, erschreckend ehrliche, angsteinflößende, optimistisch stimmende und in einen Tatendrang versetzende Themen, die einmal mehr aufzeigen, dass die Interventionen, verlangt durch den demografische Wandel, nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden können. Es müssen Strategien her. Das Buch zeigt, dass es bereits viele gibt, welche auf ihre Wirksamkeit hin bereits (theoretisch) überprüft sind. Jetzt müssen sie nur noch zum Einsatz kommen. [...] In jedem Fall tuen sich Berater/innen und Entscheidungsträger/innen der politischen Zukunft Deutschlands gut darin Auszüge aus dem Buch zu beherzigen.«, socialnet.de, 04.01.2016
Autorentext
Kai A. Konrad ist Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen und der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen. Ronnie Schöb ist Professor an der Freien Universität Berlin. Marcel Thum ist Professor an der Technischen Universität Dresden und Leiter des ifo Instituts in Dresden. Alfons Weichenrieder ist Professor an der Universität Frankfurt. Er ist Herausgeber der Fachzeitschrift für Finanzwissenschaft in Deutschland, FinanzArchiv.
Klappentext
Finanzmarktkrise und wachsende Staatsschulden, Überalterung der Gesellschaft und Bevölkerungsschwund, die Krise des Euro, Lohnkonkurrenz aus Asien: Hat unter diesen Bedingungen die Wohlfahrtsgesellschaft noch eine Chance? Die Autoren, alle prominente Ökonomen, beleuchten die Krisenszenarien und fragen über die wirtschaftliche Entwicklung hinaus nach den gesellschaftspolitischen Perspektiven. So diskutieren sie in diesem Buch, wie die Investition in Bildung und Arbeit neben sozialem Zusammenhalt und nationaler Identität Quellen für Wohlstand und Wachstum werden können.
Leseprobe
Einleitung Deutschland kann auf sechs Jahrzehnte wachsenden Wohlstands zurückblicken. Auch die Jahre seit 2007, Jahre der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, hat Deutschland verhältnismäßig gut verkraftet, jedenfalls weitaus besser als viele Partnerländer in Europa. Dennoch ist die deutsche Bevölkerung zunehmend besorgt. Und die Liste von bedrohlichen Entwicklungen ist lang: eine schwelende Bankenkrise, eine latente Finanzmarktkrise, ausufernde Staatsverschuldung, wachsende Haftungsrisiken Deutschlands für die Eurozone, mögliche Inflationsrisiken wegen der riesigen Geldmengen, die die Europäische Zentralbank in den Markt pumpt, zunehmende politische Spannungen in Europa, eine tickende Demografiebombe, die Herausforderungen einer radikalen Energiewende, der Kampf mit internationalen Steueroasen um die Steuerhoheit, ein Rentenversicherungssystem, das das Rentenniveau abgesenkt hat, um halbwegs finanzierbar zu bleiben. Hat in dieser Gemengelage das von Bismarck geschaffene System der Sozialversicherung eine Zukunft? Kann der Staat weiterhin die wirtschaftlich Gescheiterten auffangen, wirtschaftliche Existenzrisiken absichern und gleichzeitig noch Anreize schaffen für unternehmerische Risikobereitschaft? Oder wird in Zukunft das Prinzip Dieter Bohlens vorherrschen, der seinen Karriereratgeber mit "Planieren statt Sanieren" überschrieben hat und dessen Shows zum Sinnbild dafür geworden sind, dass nur der Platz an der Spitze wirklich zählt? Lebenschancen für den größtmöglichen Teil der Gesellschaft zu schaffen, das verstanden liberale Vordenker wie Lord Dahrendorf unter Freiheit, und sie sahen die Notwendigkeit der Verbindung dieser Freiheit mit Solidarität. Hans-Werner Sinn (1981; 1995) hat in seiner Theorie des Wohlfahrtsstaates die Verbindung zwischen unternehmerischer Initiative und den Institutionen sozialer Sicherung über einen versicherungstheoretischen Gedanken hergestellt: Unternehmer sind eher bereit, chancenreiche aber riskante Projekte anzugehen, wenn der Staat nicht nur im Falle des Gewinns über Steuern partizipiert, sondern den Unternehmer im Falle des Misserfolgs wie bei einer Versicherung auffängt. So kann ein ausbalanciertes Steuer- und Sozialversicherungssystem zum Katalysator für eine fruchtbare Wirtschaftsdynamik werden. Doch wo Unternehmer Aktivitäten entfalten können, bei denen sie den Großteil der Gewinne privat genießen, aber die Verlustrisiken beim Steuerzahler abladen dürfen, führt dies aus sozialer Sicht zu eklatanten unternehmerischen Fehlentscheidungen. Solche standen wohl am Anfang der Finanzkrise, die sich 2007 entlud, und gefährden letztendlich den Sozialstaat. Dieser Band beleuchtet diese für den Sozialstaat so gefährliche Gemengelage aus verschiedenen Blickwinkeln. Kapitel I behandelt in zwei Beiträ-gen die Rolle der Finanzkrise für die Zukunftschancen des Wohlfahrtsstaates. Frank Westermann nimmt mehrere Finanzkrisen der jünge-ren Zeit unter die Lupe: Wie haben sich die Krisen aufgebaut? Wie wurden sie überwunden? Wie teuer waren diese Krisen? Liegt in Krisen tatsächlich auch eine Chance? Finanzkrisen gehen zumindest kurzfristig mit hohen Wachstumseinbrüchen einher. Die breite Öffentlichkeit wirft dann sofort die Frage auf, wer die dadurch entstehenden Kosten zu tragen hat. Dieser Verteilungsfrage der Finanzkrise geht Alfons Weichenrieder in seinem Beitrag nach. Die Erfahrung zeigt, dass trotz steigender Arbeitslosigkeit und erhöhter Armutsrisiken auch höhere Einkommensschichten an den Kosten von Finanzkrisen beteiligt sind und daher vielfach die Einkommensungleichheit stagniert oder sogar zurückgeht. In der Tat gab es in der aktuellen Krise in einigen Krisenländern eine überraschende Entwicklung hin zu mehr Einkommensgleichheit. Die Finanzkrise begann als Hypothekenkrise in den USA, hat sich dann zu einer weltweiten Finanzmarktkrise entwickelt, die letztendlich auch die reale Wirtschaft infiziert und deutlich in Mitleidenschaft gezogen hat. Erst im Anschluss daran trat zur Finanzkrise eine Krise der Finanzierung von Staatsschulden, an der seit 2010 die Eurozone zu kollabieren droht. Mit dieser Tragödie der öffentlichen Haushalte befassen sich zwei Beiträge in Kapitel II. Helge Berger, der beim Internationalen Währungsfonds die Europäische Staatsschuldenkrise miterlebt und die Lösungsstrategien mitgestaltet, macht transparent, welche Rolle dabei Konstruktionsfehler in der Architektur der öffentlichen Finanzen in Europa spielen. Diese Architektur vereinigt Prinzipien nationaler Entscheidungsgewalt mit Elementen kollektiver Verantwortung. Sie verletzt damit das fundamentale Prinzip, wonach Entscheidungsgewalt und Verantwortlichkeit für die Konsequenzen unteilbar in einer Hand sein müssen. Will man diesem Prinzip gerecht werden und die Eurozone trotzdem retten, gibt es zwei Alternativen. Man kann entweder versuchen, die Autonomie und die nationalstaatliche Verantwort…
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