Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Arbeits-, Wirtschafts- & Industriesoziologie
Herausgeber:
Campus Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:
15.02.2018
Wie entstehen Wirtschaftsprognosen? Wie werden sie visualisiert und kommuniziert? Welche Rolle spielen Wirtschaftsprognosen für den Staat, auf Märkten und für die Gesellschaft insgesamt? Diesen Fragen geht Werner Reichmann in seinem Buch nach. Er liefert soziologische Interpretationen und Erklärungen zu den Möglichkeiten und Grenzen der wissenschaftlichen Produktion des Wissens über die Zukunft der Wirtschaft. Seine Ergebnisse fußen auf langjähriger empirischer Arbeit in Wirtschaftsprognoseinstituten in Deutschland und Österreich. Sie zeigen die Praktiken und Routinen jener Ökonomen, die mit der Herstellung von wissenschaftlichem Wissen über die wirtschaftliche Zukunft direkt befasst sind.
Autorentext
Werner Reichmann ist Privatdozent an der Universität Konstanz.
Leseprobe
Danksagung Das vorliegende Buch basiert auf circa 15-jähriger Forschungsarbeit. Ich möchte mich bei allen, die mir auf zahlreichen Konferenzen, in Kolloquien, Workshops und in persönlichen Gesprächen mit ihren Ideen, Vorschlägen und Kritik bei meiner Arbeit geholfen haben, bedanken. Namentlich gilt mein Dank im Besonderen Karin Knorr Cetina, Jens Beckert, Mary Morgan, Nico Stehr, Thomas Scheffer, Alex Preda, Stefan Beljean, Christian Dayé, Christian Fleck, Götz Hoeppe, Stefan Laube, Anna-Lisa Müller, Julia Sacher, Carsten Schwede, Leon Wansleben und Niklas Woermann. Über den genannten Zeitraum haben mich verschiedene Institutionen tat- und finanzkräftig unterstützt, denen ich ebenfalls meinen Dank aussprechen möchte: Einige der Interviews für das vorliegende Buch wurden im Rahmen eines vom FWF geförderten Projekts (Nr.: P16999) sowie während meiner Anstellungen an den Soziologie-Instituten der Universitäten in Graz, Innsbruck und Konstanz durchgeführt. Zwei Interviewreisen wurden durch die finanzielle Unterstützung des Exzellenzclusters EXC 16 "Kulturelle Grundlagen der Integration" der Universität Konstanz ermöglicht. Mein Aufenthalt als PostDoc-Fellow am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln hat die Arbeit durch viel Freiraum und eine tolle Bibliothek nicht nur wesentlich erleichtert, sondern meiner Arbeit zudem inhaltlich einen wirtschaftssoziologischen Dreh gegeben. Die Arbeit wurde während meiner Projektmitarbeit in dem von der DFG geförderten Projekt "Skopische Medien: Synthetische Akteure, Institutionen und Ausdifferenzierung synthetischer Situationen" (KN 233/34-2 und KN 233/34-3) fertiggestellt. Mein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang der Projektleiterin Karin Knorr Cetina, die mich auch in der finalen Phase der Arbeit an diesem Buch unterstützt hat. Mein größter Dank gilt aber den Wirtschaftsprognostikern, Ökonomen und Wirtschaftspolitikern, die mir stets mit großem Interesse und Offenheit begegnet sind, trotz meiner vielen Fragen nie ihre gute Laune verloren haben, die mir Einblicke in ihr Denken und Arbeiten gewährt haben und mir (meistens) am Ende in der Kantine auch noch das Mittagessen bezahlten. Der Abdruck des Gedichts "Zukunftsforscher" (zuerst erschienen in Droste, Wiglaf. 1989. Kommunikaze. Berlin: a-verbal Verlag) erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors Wiglaf Droste wofür ich ihm meinen herzlichen Dank aussprechen möchte. Dieser ist mit der Hoffnung auf viele weitere schöne Gedichte und Geschichten verbunden, auf die ich mich schon sehr freue! Die Wiederabdrucke der Schaubilder in Abbildung 6 und 7 erfolgen mit freundlicher Genehmigung des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Wiesbaden) sowie der KOF Konjunkturforschungsstelle (Zürich). Für die Genehmigung zum Wiederabdruck eines Faksimile (Abbildung 8) danke ich der Kleinen Zeitung (Graz). Die Screenshots aus den Pressekonferenzen wurden mit freundlicher Genehmigung des Fernsehsenders Phoenix (Bonn) und der Geschäftsstelle der Bundespressekonferenz (Berlin) abgedruckt. Zu guter Letzt möchte ich dem Team des Campus Verlags an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für die vorbildlich gute Zusammenarbeit bei der Publikation des vorliegenden Buches aussprechen. Teile der Ergebnisse, die ich im Folgenden vorstelle, entstanden aus früheren Diskussionen und Arbeiten, die an anderer Stelle in vorläufigerer Form erschienen sind (v.a. Reichmann 2013a, 2013b, 2015a, 2015b). Werner Reichmann Verden (Aller), im Dezember 2017 Einleitung: Ein wissenschaftssoziologischer Zugriff auf die Wirtschaftsprognostik Dieses Buch handelt von wissenschaftlichen Wirtschaftsprognosen, von ihrer Herstellung, ihrer Verbreitung und der Rolle, die sie in modernen Gesellschaften spielen. Es wirft einen soziologischen Blick auf eine spezifische Form von öffentlich formulierten Erwartungen, nämlich auf von Wissenschaftlern hergestellte Prognosen über die wirtschaftliche Zukunft. Es analysiert die Grundlagen, die Herstellung, die visuellen und textlichen Formen, dem Glauben an sowie der Verteilung von wissenschaftlich hergestelltem Wissen über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Auf die Zukunft haben wir, soweit bekannt, keinen empirischen Zugriff. Es existieren (noch) keine Apparate, Methoden oder experimentelle Forschungsdesigns, die einen empirischen Blick in die Zukunft ermöglichen. Menschen können die Zukunft nicht sinnlich erfahren - und sie können nichts über sie wissen: Die Zukunft ist grundsätzlich offen. Trotzdem wird sie thematisiert und gewusst - in massenmedialen Darstellungen, in politischen Reden, in alltäglichen Gesprächen und in wissenschaftlichen Aussagen. Eine Soziologie der Wirtschaftsprognostik erhält gesellschaftliche Rele-vanz einerseits durch die regelmäßige Verwendung von Wirtschaftsprognosen in Politik und Wirtschaft und die Tatsache, dass wirtschaftsprognostisches Wissen beinahe jeden Menschen auf die eine oder andere Weise zumindest mittelbar betrifft. Relevanz für die soziologische Forschung erhält eine Soziologie der Wirtschaftsprognostik vor allem, weil sie eine entscheidende Erweiterung des wissenschaftssoziologischen Kenntnisstandes bedeutet. Während Wissenschaftssoziologie in der Regel Naturwissenschaftssoziologie bedeutet, analysiere ich in diesem Buch ein wirtschaftswissenschaftliches Feld (im Bourdieu'schen (1999) Sinn) aus einer wissenschaftssoziologischen Perspektive; ein Feld, das eine spezifische Form von hochgradig unsicherem Wissen erzeugt - Wissen über die Zukunft. Die Wirtschaftsprognostik steht, wenn sie eine Prognose machen will, vor einem ganzen Bündel an Problemen, vor dem viele andere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, vor allem jene aus den naturwissenschaftlichen Disziplinen, nicht stehen. Ihrem Erkenntnisgegenstand sind keine fixen Mechanismen und Gesetze inhärent. Sie muss, obwohl sie weiß, dass ihr Erkenntnisgegenstand sehr veränderlich, reflexiv und manchmal irrational ist, davon ausgehen, dass mindestens eine graduelle Symmetrie zwischen der Vergangenheit und der Zukunft existiert damit sie von Vergangenem auf Zukünftiges schließen kann. Sie beschäftigt sich zudem mit einer speziellen Form des Wissens, nämlich mit Wissen über die Zukunft, das als besonders unsicher gilt und das daher besonderer Vorkehrungen für die Aufrechterhaltung der Glaubwürdigkeit und Legitimität bedarf. Dazu kommt, dass die Wirtschaftsprognostik unter besonderer Beobachtung steht. Das von ihr produzierte Wissen ist politisch relevant und wird in der massenmedial hergestellten Öffentlichkeit intensiv rezipiert und diskutiert. Auch das Paradoxon, dass die Wirtschaftsprognostik zwar institutionell und methodisch der empirischen Wirtschaftsforschung nahesteht, gleichzeitig aber über einen Erkenntnisgegenstand verfügt, der empirisch nicht zugänglich ist, zeigt eine weitere spezifische Problematik der Wirtschaftsprognostik. Bereits diese unvollständige Liste von Besonderheiten, die die Wirtschaftsprognostik von naturwissenschaftlichen Feldern und Disziplinen abgrenzt, zeigt die Relevanz einer wissenschaftssoziologischen Annäherung an die Wirtschaftsprognostik. In diesem einleitenden Kapitel bes…
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