Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Sonstige Soziologie-Bücher
Autor:
Steffen Damm, Lukas Drevenstedt
Herausgeber:
Campus Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:
30.04.2020
Berlin gilt international als Zentrum elektronischer Tanzmusik. Die einzigartig vielfältige und dynamische Clublandschaft hat nicht nur das Image der Stadt geprägt, sondern ist selbst durchdrungen von Zeit- und Stadtgeschichte. Diese auf aktuellen Zahlen beruhende Studie erörtert erstmals die spezifische kulturelle Formation der Clubkultur anhand ihrer ästhetischen, sozialen und ökonomischen Dimensionen. Gezeigt wird, dass die heterogene Berliner Clubkulturlandschaft in ihrer Eigenständigkeit und Diversität einen relevanten Bestandteil der Stadtgesellschaft bildet.
»Die Studie bietet insgesamt einen fundierten Einblick in die Entwicklung der Berliner Clubkultur seit den 1960er-Jahren. Die Autoren diskutieren ausführlich die Entstehung und Etablierung verschiedener Clubs im Kontext spezifischer stadtgeschichtlicher Rahmenbedingungen. Diese Ausführungen stellen eine große Stärke des vorliegenden Buches dar, gewinnen die Lesenden so ohne Zweifel neue Erkenntnisse zum Untersuchungsfall Berlin.« Soziopolis, 06.05.2020 »In jedem Fall profitiert die Studie [] von den Reflexionen der Berliner Szene über sich selbst. Sie liefert nicht nur einen praktischen, kulturwissenschaftlich informierten Überblick über die Berliner Clubkultur, sondern ist zudem ein beachtliches zeithistorisches Dokument.« Anja Schwanhäußer, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 2023
Autorentext
Steffen Damm ist Kultur- und Medienwissenschaftler, Autor, Journalist und Lektor. Lukas Drevenstedt hat ein DJ-Kollektiv gegründet, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert und ist kaufmännischer Geschäftsführer der Clubcommission.
Leseprobe
Die vorliegende Untersuchung wurde zwischen Februar 2018 und Dezember 2019 im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin an die Clubcommission Berlin, Verband der Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstalter e. V. erstellt. Sie diente zur Fundierung und inhaltlichen Ausrichtung einer Online-Befragung von Clubbetreiber*innen und -besucher*innen (Primärdatenerhebung) in Verbindung mit telefonischen Expert*inneninterviews durch die Berliner Beratungs- und Forschergruppe Goldmedia, die Ende 2018 durchgeführt wurde, und umfasst als Zielsetzungen: eine vorläufige Eingrenzung des Club-Begriffs und damit des Untersuchungsgegenstandes; eine Charakterisierung der gegenwärtigen Berliner Clubkulturlandschaft vor dem Hintergrund ihrer Entwicklungslinien seit den 1960er Jahren in West- und Ost-Berlin sowie von der Wende bis zur Gegenwart; die Konzeption eines allgemeinen Modells der Clubkultur als kultureller Formation, dass ihre gesellschaftlichen Bezugsfelder verdeutlicht und die Dimensionen aufzeigt, die bei der Entstehung und Entwicklung von Clubkulturen zum Tragen kommen; die Verknüpfung dieser Dimensionen mit fachwissenschaftlichen Diskursen (Kunst- und Kulturwissenschaften, Kultursoziologie, Kulturökonomie) im Hinblick auf Ansätze zu einer theoretischen Fundierung des Clubkultur-Modells. Diese Untersuchung basiert auf einer umfassenden Sichtung und Auswertung vorliegender Quellen, Expert*innengesprächen sowie auf intensiven internen Diskussionen, die sich als eine Form der Kollaboration zwischen der Clubcommission Berlin, dem Archiv der Jugendkulturen Berlin und Positionen der Wissenschaft beschreiben ließe. Die an ihrer Entstehung Beteiligten sind sich darüber im Klaren, dass die Perspektive und der Radius ihrer Beobachtungen und Befunde stark davon abhängig ist, mit wem gesprochen und was bisher zu diesem Gegenstand veröffentlicht wurde. Die Literatur zur Berliner Clubkultur wie auch zur Clubkultur im Allgemeinen ist inzwischen durchaus vielfältig, es fällt jedoch auf, dass gerade im Hinblick auf Berlin immer wieder die gleichen meist männlichen Protagonisten im Mittelpunkt stehen, die ihre Geschichte erzählen, während andere weitgehend unerwähnt bleiben. Jede Form der Geschichtsschreibung erzeugt vermeintliche Eindeutigkeiten. So kommt auch eine Untersuchung wie diese bei allem Bemühen um ein breiteres Verständnis von Clubkultur als einem Feld permanenter Aushandlungen von Positionen bisweilen nur schwer darum herum, selbst in verklarender Absicht Mythen zu kolportieren. Neben vielem anderen ist die Berliner Clubkultur ein Mythos. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden im Folgenden zusammen mit den Ergebnissen der empirischen Erhebung wiedergegeben, deren Ziel in einem umfassenden Überblick über die aktuelle Club- und Veranstaltungsszene in Berlin und der Erfassung von deren kultureller, sozialer, wirtschaftlicher und stadtplanerischer Bedeutung bestand. Erfasst wurden alle Orte für Clubkultur in Berlin, bei denen eine Verankerung in bestimmten Szenen und ein musikprogrammbezogenes Profil erkennbar war sowie Veranstaltungsreihen in diesem Bereich. Grundgesamtheit: Befragt wurden alle Veranstalter*innen mit oder ohne eigener Spielstätte, die Mitglied der Clubcommission sind; alle Spielstätten in Berlin mit regelmäßigem Musikprogramm und eigener Community. Zur Grundgesamtheit wurden nicht gezählt Musik-Bars ohne regelmäßiges Programm; reine Eventlocations; reine Konzertveranstaltungsorte; rein kommerziell ausgerichtete Diskotheken. VORBEMERKUNG 9 Erfasste Clubs und Veranstalter 2018: Ermittelt werden konnten 280 aktive Akteure der Clubkultur (davon 226 mit eigener Spielstätte). Die Veranstalter*innenszene wird insgesamt als deutlich größer eingeschätzt, vor allem wenn man den informellen Sektor hinzurechnet (zum Beispiel Free Open Airs). Sie ist insgesamt sehr fluide, daher wurden nur regelmäßig stattfindende Veranstaltungsreihen in die Betrachtung einbezogen. Key Facts zur Veranstalter*innen-Befragung (VB): Technisch erreichbare Clubs und Veranstalter*innen: 251 Clubs und Veranstalter*innen mit gültiger E-Mail/Telefonnummer; Rücklaufquote: 75 Clubs und Veranstalter*innen nahmen teil, dies entspricht einer Ausschöpfungsquote von 30 Prozent; Erhebungszeitraum: 23. Oktober bis 31. Dezember 2018. Key Facts zur Besucher*innen-Befragung (BB): Grundgesamtheit: Besucher*innen der Berliner Club- und Veranstaltungsszene mit Wohnsitz Berlin und Nicht-Berlin, ab 18 Jahren; Erhebungsmethode: Quantitative Online-Befragung, online-repräsentativ nach Alter und Geschlecht, Rekrutierung über Panel-Anbieter; Erhebungszeitraum: 4.-14. Dezember 2018; Stichprobenumfang: 504 Panel-Teilnehmer*innen. Neben der Clubszene (Betreiber/Stakeholder, Agenturen/Labels, Besucher) ist dieses Buch adressiert an Politik und Verwaltung, Stakeholder, Wissenschaft (insbesondere Kultur- und Sozialwissenschaften, Betriebs- und Volkswirtschaft) und Medien. Ihr übergeordnetes Anliegen besteht darin, die Clubkultur als Teilbereich der sogenannten Kultur- und Kreativwirtschaft zu kennzeichnen, der zwar auf unterschiedlichen Ebenen mit anderen Teilbereichen vor allem der Musik-, aber zum Beispiel auch der Designwirtschaft, des Kunstmarkts oder auch dem Bereich der Darstellenden Kunst vernetzt ist, aufgrund seiner engen, nicht nur die Musik betreffenden Verknüpfungen mit jugend- und subkulturellen Strömungen seit Mitte des 20. Jahrhunderts sowie seines hieraus resultierenden Status als kulturelle Formation jedoch auch ein hohes Maß an Eigenständigkeit aufweist. Der konkrete Nutzen dieser Kennzeichnung liegt darin, dass sie eine dem Gegenstand angemessene, problembewusste Wahrnehmung der äußerst heterogenen Berliner Clubkulturlandschaft durch Politik und Verwaltung ermöglicht, die bei einer Beibehaltung der bisherigen Praxis der Subsummierung von Teilen der Clubkultur unter dem Dach der Musik- wirtschaft kaum gewährleistet erscheint. Die vorliegende Untersuchung versteht sich auch als eine Aktualisierung und Weiterführung der bislang letzten Studie über das wirtschaftliche Potenzial der Club- und Veranstalterbranche in Berlin, die 2007 von Olaf Kretschmar und Rainer Grigutsch im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen erstellt wurde. Eine solche Revision erscheint angesichts rap…
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