Einband:
Kartonierter Einband
Autor:
Anna Maria Neubert
Herausgeber:
Campus Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:
30.04.2026
Wie lässt sich die Geschichte eines Wissenschaftszweiges digital vermessen? Diese Frage stellt sich heute angesichts der rasanten Digitalisierung der Forschung mit neuer Dringlichkeit. Die Digital Humanities (DH) haben sich auch in Deutschland zu einem produktiven Forschungsfeld entwickelt doch eine systematische Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte fehlte bislang. Anna Maria Neubert nimmt die Drittmittelförderung als Zugang, um die Entwicklung des Wissenschaftszweiges nachzuzeichnen. Über 25 Jahre hinweg (1996-2021) erfasst sie geförderte Projekte in einer relationalen Datenbank und visualisiert diese in einem interaktiven Dashboard. Die Untersuchung zeigt zentrale Muster wie kontinuierliches Wachstum der Förderung, Spannungsfelder zwischen Fragmentierung und Institutionalisierung sowie strukturelle Geschlechterungleichheiten. Dabei verbindet die Autorin Wissenschaftsforschung mit feministischer Technikkritik und reflektiert durchgängig die Subjektivität digitaler Wissensproduktion. Als methodologischer proof of concept demonstriert die Arbeit, wie digitale Verfahren neue Perspektiven auf Wissenschaftsgeschichte eröffnen und dabei selbst zum Gegenstand kritischer Reflexion werden. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode
Autorentext
Anna Maria Neubert, Dr. phil., promovierte an der Universität Bielefeld zur Geschichte der Digital Humanities.
Inhalt
Prolog: Soziotechnologische Verflechtungen Die wechselseitige Konstituierung von Mensch und Technologie Ungleichheiten als Antrieb einer intersektional-feministischen Perspektive Umstrukturierung von Wissen(schaft) durch Technologie Positionierung und Situiertheit 1. Digitale Vermessung und Kartierung der Digital Humanities 1.1 Betrachtung der Digital Humanities im Hinblick auf Drittmittelförderung 1.2 Neue Histories und Erprobung methodologischer Herangehensweisen 1.3 Erforschung der Digital Humanities als eigenständiger Wissenschaftszweig 1.4 (Digitale) Vermessung als methodische Umsetzung ordnender Verfahren 1.5 Theoretische und methodologische Grundlagen, Entlehnungen und Abgrenzungen 1.6 Aufbau und Ablauf 2. Theoretische und historische Dimensionen der Digital Humanities 2.1 Digital Humanities als Analysekategorie 2.2 Annäherungen an eine historische Genese der Digital Humanities 2.3 Geschichten der Digital Humanities 3. Drittmittelförderung als Zugang zur Kartierung der Digital Humanities in Deutschland 3.1 Finanzierung von Wissenschaft zwischen Autonomie und Abhängigkeit 3.2 Digital Humanities und ihre Förderung 4. Zur Verflechtung von theoretischen und praktischen Überlegungen im methodologischen Vorgehen 4.1 Wissensproduktion im digitalen Zeitalter 4.2 Data Lifecycle zur Untersuchung Drittmittelgeförderter Digital Humanities in Deutschland 4.3 Begleitende Frameworks zur Reflexion der Implementierung 5. Datenmodellierung zum Zweck einer relationalen Datenbank 5.1 Strukturierte Sammlung und Organisation von Daten in einer relationalen Datenbank 5.2 Digitale Daten als grundlegende Komponente digitaler Forschungspraxis 5.3 Einschränkung und Strukturierung von Daten durch Modellierung 5.4 Datenmodell zur Untersuchung Drittmittelgeförderter Digital Humanities in Deutschland 5.5 Reflexion des Modellierungsprozesses 6. Technologische und gestalterische Umsetzung des digitalen Dashboards Funding Digital Humanities 6.1 Erfassung und Vorbereitung der Daten 6.2 Ablage und Prozessierung der Daten mit SQLite 6.3 Analysezugriff auf die Daten durch die Transformation in Visualisierungen 6.4 Implementierung des digitalen Dashboards Funding Digital Humanities 6.5 Reflexion des Konzipierungs- und Designprozesses 7. Hin zu einer Kartierung der drittmittelgeförderten Digital Humanities in Deutschland 7.1 Kartierung als Unterstützung zur Interpretation und Narration von Daten 7.2 Histories der drittmittelgeförderten Digital Humanities in Deutschland 7.3 Diskussion der Kartierungen 8. Kritische Betrachtung und Evaluation des methodologischen Vorgehens 8.1 Grenzen und Potenziale des methodologischen Vorgehens 8.2 Kontextualisierung der Auswertungen 8.3 Sicherung und Aufbereitung der Daten für unterschiedliche Nutzungsszenarien 9. Die digitale Kartierung der drittmittelgeförderten Digital Humanities in Deutschland als Beitrag zur Historisierung des Wissenschaftszweiges 9.1 Drittmittelförderung als Zugang zur Historisierung der deutschen Digital Humanities 9.2 Erkenntnisse zum Untersuchungsgegenstand und zum proof of concept 9.3 Herausforderungen und Grenzen der digitalen Methodologie 10. Entwicklungsperspektiven digitaler Forschungsumgebungen 10.1 Von »full-circle« Informationen zu sozialgeschichtlichen Anschlüssen 10.2 Methodologische Erweiterungen 10.3 Imagination soziotechnologischer Zukünfte Dank Abbildungen Tabellen Daten, Quellen und Literatur Datenset und Software Quellen und Datenbanken Verzeichnis der Internetverweise Literatur
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