Genre:
Deutsche Sprach- & Literaturwissenschaft
Das Buch untersucht anhand ausgewählter Texte (1800 bis in die Gegenwart) den facettenreichen Umgang mit Leid in der Literatur. Diskurse von Gewalt, Macht, Religion und Katastrophen prägen diesen Themenkomplex bis heute, wobei sich die literarische (und mediale) Auseinandersetzung mit Leid als hochaktuelles Spannungsfeld herausstellt.
Leid ist in vielfältigen Formen und Facetten in Literatur und Medien präsent. In diesem Buch werden anhand von ausgewählten literarischen Texten ab 1800 die Entwicklungen und der literarische Umgang mit Leid untersucht. Der Leidbegriff wird unter dem Aspekt des 'Erfahrens' gelesen und durch die Wahrnehmung als katastrophal oder krisenhaft in den Kontext konkreter Umbruchsverhältnisse gesetzt. Durch die Skizzierung der dynamischen Begriffsentwicklung und -ausdeutung innerhalb der Texte werden enge Verzahnungen von Gewalt, Macht, Religion und Katastrophen erschlossen. Die Diskussion der dualistischen Perspektiven zwischen individueller Wahrnehmung und kollektiver Gemeinschaft ist dabei ein stetiger Begleiter dieser literarischen Analyse von Kleist bis Kling. Bis in die Gegenwart hinein wird Leid in den literarischen Auseinandersetzungen der jeweiligen Autorinnen und Autoren so zu einem Bild zusammengefügt. Vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse des 21. Jahrhundert erweist sich die Auseinandersetzung als hochgradig aktuelles Spannungsfeld.
Autorentext
Sebastian Arend promovierte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er arbeitete am Lehrstuhl für Germanistische Medienwissenschaft und Ästhetik der textorientierten Medien und lehrte als Dozent für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft/-geschichte an der Universität Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind Krisen- und Katastrophendiskurse, Gewalt, textorientierte Medien, Digitalität, Fake News und strategische Desinformationen.
Inhalt
Einleitung - Theoretische Grundlagen: Gegenstand - Perspektiven - Problematik - Eine weitreichende Zäsur: Das Erdbeben von Lissabon 1755 und der literaturhistorische Ausgangspunkt um 1800 - Thematisierungen von Leiderfahrungen in der Literatur: Eine Spurensuche - Resümee: Leid im Netz von Glauben, Macht, Gewalt und Katastrophen - Ein Ausblick: Wozu Leid in der Literatur? - Quellenverzeichnis - Danksagung
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