Einband:
Kartonierter Einband
Genre:
Historische Romane & Erzählungen
Herausgeber:
LebensGut-Verlag
Erscheinungsdatum:
21.06.2023
"Auf der Suche nach der wahren Liebe" erzählt eine spannende Geschichte über Selbstfindung, Selbstliebe, Sehnsucht, erfüllte Beziehungen und tiefsinnige Erkenntnisse. Das Buch ist für alle, die nach dem Mehr in Ihrem Leben suchen - mehr Erfüllung, mehr Liebe und mehr Sinn. Leni ist nach einer gescheiterten Beziehung am Boden zerstört. War es eine falsche Entscheidung gewesen? Die Zweifel nagen an ihr - wie findet sie nur heraus, was richtig und falsch ist? Sie sehnt sich nach dem Gefühl von wahrer Liebe, unwissend, wie es sich wirklich anfühlt zu lieben. Trostsuchend wendet sie sich an ihre Freundin Hanna, die ihr einen ganz neuen Blickwinkel auf das Geschehene eröffnet. Entschlossen, die wahre Liebe zu finden, begeben sich die zwei Frauen auf eine Reise nach Argentinien. Intensive Begegnungen und Erlebnisse bringen sie mit neuen tiefgründigen Erkenntnissen Stück für Stück der wahren Liebe näher. Eine Liebesgeschichte, die sich mit dem Gefühl Nicht-gut-genug zu sein beschäftigt und gleichzeitig zeigt, wie eine erfüllte Beziehung geführt werden kann und was die Voraussetzungen sind, um wahre Liebe fühlen zu können. Auf der Suche nach der wahren Liebe, zeigt dem Lesenden, wie Wachstum in Beziehungen funktioniert und, dass die eigene Selbstfindung wesentlich für eine glückliche Beziehung ist.
Autorentext
Jessica Zimmerer, geboren 1994, studierte Immobilienwirtschaft und lebt in Ravensburg. Als Projektkauffrau war sie daran beteiligt, ein Zuhause für Familien zu erbauen. Dabei ist ihr bewusst geworden, dass es für ein glückliches und selbstbestimmtes Leben mehr als nur dieser vier Wände bedarf. Vielmehr spürte sie auch in sich, dass diese innere Heimat, die Sicherheit und Schutz im Leben gibt, nicht mehr vorhanden war. Sie begab sich auf die Reise, sich selbst wieder lieben zu lernen. Heute unterstützt sie als Autorin und psychologische Beraterin Menschen dabei, eine innere Heimat der Selbstliebe zu erschaffen.
Leseprobe
Da stand ich nun allein im kalten Flur unseres Hauses, verlassen und verbittert. Meine rechte Hand lag auf der grauen, massiven Tür. Mein Blick ging entrüstet in die Richtung, in der ich ihn zum letzten Mal gesehen hatte. Hier hatte er mich endgültig stehen lassen. Ich konnte es nicht mehr rückgängig machen. Abwesend starrte ich in die entstandene Leere. Mich umgab eine Glasglocke, die mich abschirmte. Es kam mir wie ein surrealer Traum vor, aus dem ich nicht erwachte. Ich hoffte, er würde zurückkommen, mich umarmen, küssen und aus diesem Trancezustand befreien. Doch das tat er nicht. Gar nichts war in Ordnung. Alles war auseinandergebrochen. Mein Herz fing an zu rasen. Ich übersprang einen Atemzug, als hätte ich Schluckauf. Erst als ich blinzelte, merkte ich, wie die Tränen immer schneller flossen und meine Sicht vollkommen verschwamm. Mit zitternder Hand wischte ich sie mir von der Wange. Ich wollte schreien und gegen die Tür schlagen. Was war falsch mit mir? Ich wollte doch nur glücklich sein. Hatte ich einen Fehler begangen? Die Unsicherheit pochte in mir. Ein Speer durchbohrte förmlich mein Herz, der Kopf wurde schwer, und ein dumpfes Geräusch legte sich über meine Ohren. Ich schluckte, doch der Druck wurde stärker. Die Haustür begann, sich von mir wegzudrehen. Mir wurde schwindelig. Ich griff nach einem Stuhl, aber bekam ihn nicht zu fassen, mein Körper drehte sich weg, die Knie knickten endgültig ein. Vor meinen Augen wurde es schwarz. Als ich einige Minuten später wieder zu mir kam und mein Blick als Erstes an die Decke des Hausflurs fiel, war ich nach wie vor allein, nicht wie im Märchen. Es war kein Prinz gekommen, der mich hätte auffangen können. Kein Happy End für mich. Ich war selbst schuld, immerhin hatte ich ihn vorher weggeschickt. Wieso wunderte ich mich? Trotz des Aufpralls auf den Fliesen empfand ich keine Schmerzen. Ich spürte nichts außer Kälte. Alles um mich herum war unerträglich still. Meine Gedanken waren das Einzige, was ich laut und deutlich hörte. Wie immer, der Verstand, die klare Stimme meines Lebens, die mir zuvor schon geraten hatte, mich zu trennen. Seine Eigenschaften passten offensichtlich nicht zu meinen Vorstellungen von dem Richtigen. Hier lag ich mit meinen 22 Jahren. Das Gesicht in die brünetten Haare vergraben. Die Hände um den schlanken Körper geschlungen und die grünen Augen zugekniffen. Irgendwie hatte ich mir das Leben in den Zwanzigern unbeschwerter vorgestellt: in einer erfüllenden Beziehung, mit einem guten Job und unabhängig. Ich wollte endlich auf eigenen Beinen stehen. Die Realität sah leider anders aus. Nie zuvor hatte ich nach einer Trennung solche Gefühle gehabt. Ich war immer der Meinung gewesen, der Richtige würde schon noch kommen und mich endlich glücklich machen. Jetzt empfand ich diese Zuversicht nicht mehr. Mein Herz war schwer wie Beton, es hielt mich fest auf dem Boden gefangen. Warum schmerzte es so unerträglich und warum lähmte es mich, als sei ich diejenige, die verlassen worden wäre? Dieses Mal erhielt ich keine Antwort von meinem Verstand. Hatte ich etwas übersehen? War meine Entscheidung falsch? Nun hatte ich doch das, was ich wollte oder etwa nicht? Was aber, wenn es falsch war, ihn gehen zu lassen? Wenn er der Richtige war? Wenn Nein! Mein Kopf war mit Fragen überladen wie die S-Bahn zu Stoßzeiten. Stoppt diese Bahn! Ich will aussteigen, entfuhr es mir. Tränen kullerten herunter. Meine Hände zitterten, und erneut schlug mein Herz schneller. Es bahnte sich ein zweiter Nervenzusammenbruch an. Immerhin fühlte ich meinen Körper wieder, und hinfallen konnte ich auch nicht mehr. Es wäre sogar erleichternd, wenn ich auf ein Neues ohnmächtig werden würde und so vor meinen Gefühlen fliehen könnte. Gab es einen Schalter, um dieses Leiden auszuknipsen? Wo zum Teufel kam dieser Herzschmerz überhaupt her? Eine Stimme in mir wisperte: Die Emotionen sind ein Teil von dir. Fühle sie. Wer sprach da? Unterdrücken und ablenken ist der einfachste Weg, entgegnete die mir geläufigere Stimme. Atme, widersprach die erste. Ich versuchte, ihr zu folgen, sog so viel Luft wie möglich ein, um die Schmerzen anschließend auszupusten. Jetzt fand ich die Kraft, um mich aufzusetzen. Abermals wisperte mir die leise Stimme zu. Du hättest früher auf mich hören sollen.
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